Erster ausländischer Synodale gewählt (Medienmitteilung 8. 4. 2010)
Communiqué zur Sitzung der Römisch-katholischen Synode des Kantons Zürich
Die Synode hat an ihrer Sitzung von heute André Füglister aus Urdorf als neuen Vize-Präsidenten bestimmt. Aufgrund von Ersatzwahlen sitzt mit dem italienischen Staatsbürger Claudio Aquilina, Winterthur, erstmals ein ausländischer Katholik in der Synode. Die Wahl eines Ausländers oder einer Ausländerin in die Synode ist seit Beginn des Jahres möglich, da die neue Kirchenordnung Schweizer und Ausländer (mit Schweizer Aufenthaltsbewilligung B oder C) gleichstellt.
Der Präsident des Synodalrates, Benno Schnüriger, nahm zu Beginn der Sitzung kurz Stellung zu den sexuellen Übergriffen in der katholischen Kirche und verwies auf die seit 2001 geltende Nulltoleranz: Sexuelle Übergriffe werden in der katholischen Kirche im Kanton Zürich nicht toleriert und der zuständigen Staatsanwaltschaft gemeldet. Entsprechende Informationen seien bereits an die Kirchgemeinden gegangen, so Schnüriger. Eine Informationsveranstaltung zur geltenden Praxis findet in Zusammenarbeit mit Zürcher Oberstaatsanwalt Andreas Brunner noch im April statt.
Die Synodalen nahmen das Betriebskonzept der Jugendkirche und den Zwischenbericht zum Projekt zur Kenntnis. Wie die Ressortverantwortliche im Synodalrat, Ruth Thalmann, mitteilte, heisst die neue Jugendkirche in den Viaduktbögen im Zürcher Ausgehviertel Kreis 5 «jenseits». Die Eröffnung der Bögen 11 und 12 im Viadukt sei für Anfang Juni geplant. Der Bogen 11 wird Begegnungsort mit Café-Betrieb. Der Bogen 12 ist als sakraler Raum vorgesehen, in dem aber auch Konzerte oder Ausstellungen stattfinden können. Neu online geschaltet ist die Homepage zur Jugendkirche: www.jenseitsimviadukt.ch.
Die Jugendkirche «jenseits» wendet sich an junge, auch kirchenferne Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahre aus dem ganzen Kanton Zürich. Die Synode hat bereits im November 2005 rund 2,5 Millionen Franken für das Pilotprojekt der Katholischen Kirche im Kanton Zürich gesprochen.
Das Postulat zur Besoldung von Kirchenmusikern und Kirchenmusikerinnen hat die Synode klar abgeschrieben. Dieses verlangte, dass die Besoldung der Kirchenmusiker nach dem Anforderungsprofil der ausgeschriebenen Stelle und nicht nach der Ausbildung der Musiker und Musikerinnen erfolgt. Eine Umfrage im Sommer 2009 hatte ergeben, dass die grosse Mehrheit der Kirchgemeinden sowie der Kirchenmusiker und -musikerinnen mit den derzeit geltenden Anstellungsbedingungen zufrieden ist.
Die Synode stelle sich gegen einen Ausbau des fremdsprachlichen Religionsunterrichtes für Migranten. Das entsprechende Postulat wurde mit 76 Stimmen, 6 Enthaltungen und 2 Nein-Stimmen abgelehnt. Als Hauptargument wurde auf die Leitlinien hingewiesen, welche sich für eine enge Zusammenarbeit zwischen Migrantenseelsorge und Pfarreien sowie für die Integration von Fremdsprachigen aussprechen.
Zürich, 8. April 2010
