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Evangelische Kirche Graubünden: Kirchensteuer nicht Hauptgrund für Kirchenaustritt (kipa)

Chur, 25.6.12 (Kipa) Die reformierte Kirche Graubünden sieht in der Kirchensteuer nicht das Hauptmotiv für Kirchenaustritte. Dies schreibt das Bündner Tagblatt am 23. Juni. Dennoch hat die evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden regelmässig Austritte zu verzeichnen. Im vergangenen Jahr waren es 459 Personen, also rund 0,6 Prozent.

Es gebe die Begründung, dass Finanzen ausschlaggebend seien für einen Kirchenaustritt, sagte Thomas Gottschall, Dekan der reformierten Bündner Synode, gegenüber der Zeitung. Doch ob es sich dabei wirklich um die Ursache handle, sei für ihn eine andere Frage. Eine innere Entfremdung oder ein bewusster Widerspruch seien wohl häufiger der Grund.

Die Menschen lebten heute in einer beruflichen und privaten Vielfalt, in der sie von der Kirche wertschätzende Begleitung in besonderen Lebenslagen suchen, so Gisella Belleri, Pfarrerin von Trin und Chur zum Tagblatt: "Wer in der Kirche nicht findet, was er sucht, sieht keinen Sinn darin, Kirchensteuern zu bezahlen – und der Gottesdienst am Sonntagmorgen bietet nicht die gesuchte Begegnungsmöglichkeit."

Am 21. Juni hatte sich das Bistum Chur bezüglich einer Studie des Forschungsinstituts GFS geäussert. Gemäss Studie sind in den vergangenen fünf Jahren deutlich mehr Katholiken aus der Kirche im Bistum ausgetreten als in der restlichen Schweiz. Das Bistum sieht im Schweizer Kirchensteuersystem "eine mögliche Ursache" für die Kirchenaustritte in der Schweiz.

(kipa/am/gs)

Quelle:
Kipa Meldung
26.06.2012